Hallo ihr Lieben,

ich liebe Autoreninterviews zu lesen, weil ich gerne die Person hinter einem Buch kennenlernen möchte. Ich finde es immer spannend, wie die Menschen sind und wie sie zum Teil auf diese eine Buchidee gekommen ist.
Nun ist mir aber auch schon häufiger aufgefallen, dass teilweise Fragen gestellt werden, die ich persönlich ziemlich ungeeignet finde.

Aus diesem Grund habe ich 10 Autoren aus unterschiedlichen Genre gefragt, welche ungeeignete und/oder nervige Interviewfragen ihnen bereits mal gestellt wurden und ich habe zum Teil ziemlich spannende Antworten bekommen.

Hier kommt nun die Top 10 der Dinge, die man Autoren besser nicht fragen sollte:

  1. Private Fragen zur Familie, Herkunft, Glaube und Sexualität
    Damit meine ich nicht solche Fragen wie ob man verheiratet ist und Kinder hat. Sondern richtig intime Fragen, wie z.B. wie heißen deine Kinder? Warum bist du Muslime? Warum bist du homosexuell? und so weiter.
  2. Was verdienst du mit deinen Büchern?
    Ich finde über Geld spricht man nicht in der Öffentlichkeit. Wenn man diese Frage wirklich unbedingt wissen will, kann man den Autoren besser privat ansprechen. Manche Autoren sprechen nämlich über Geldsummen und andere eher nicht.
  3. Wie viele Bücher verkaufst du im Monat?
    Über Verkaufszahlen wollen einige Autoren auch nicht sprechen. Einige haben auch keine Übersicht darüber, weshalb sie diese Frage eh nicht gut beantworten können.
  4. Verlagsfragen
    Fragen wie „Bist du mit deinem Verlag zufrieden?“, „Würdest du den Verlag wechseln?“ und „Warum hast du den Verlag gewechselt?“ gehen einfach mal gar nicht. Wenn der Autor tatsächlich unzufrieden mit einem Verlag ist, würde er ihn stillschweigend wechseln und es nicht an die große Glocke hängen. Das gehört einfach zur Professionalität, finde ich zumindest.
  5. Bewertung anderer Autoren
    Einige der Autoren, die ich befragt habe, haben gesagt, dass sie niemals einen Autorenkollegen bewerten würden. Andere haben gemeint, dass sie nur gute Autoren bewerten indem sie das Buch dann weiterempfehlen.
    Es würde aber keiner einen Kollegen negativ bewerten.
  6. Schenkst du mir ein Print?
    Immer wieder bekommen Autoren unangemessene Anfragen wie „Schenkst du mir ein Print, weil ich lese keine Ebook?!“ Damit sind im Grunde nicht die Rezensionsexemplare gemeint. Ich selber frage auch nach solchen, aber es kommt auch da immer auf den Ton an. Manche Blogger nehmen sich teilweise einen unangebrachten und fordernden Ton an, der einfach gar nicht geht. Der Autor ist zwar glücklich, wenn Blogger für sein Buch wirbt und auch rezensiert, aber es ist auf keinen Fall von uns abhängig! Das sollte eigentlich Jedem bewusst sein, was allerdings nicht immer der Fall ist – leider!Aber wie gesagt, sind hier nicht nur Blogger gemeint. Auch einige Leser nehmen sich das Recht raus und fragen den Autoren, ob sie ein Print geschenkt bekommen (ohne Rezension natürlich!). Ich finde diese Frage sehr unhöflich, weil der Autor hat sein Geld, sein Herzblut und seine Zeit in dieses Buch gesteckt und dann soll er sie verschenken? Ich denke, dass keiner von uns kostenlos arbeiten will, oder?
  7. Standartfragen werden langsam nervig
    Die Standartfragen werden den meisten Autoren, die bereits länger in der Branche tätig sind, zu langweilig. Kann man teilweise auch verstehen, da sie bei jedem Interview dieselben Fragen gestellt bekommen. Einige Autoren haben diese Fragen sogar auf ihren Homepages veröffentlich, so dass man sie erst gar nicht mehr fragen müsste.

    Das gilt natürlich nicht für Newcomer!! Neue Autoren haben diese Fragen gar noch gar nicht oder erst 1-2 beantwortet.
  8. Selfpublisher
    Bei Interviews mit Selfpublisher habe ich bereits öfter „War dein Buch nicht gut genug für ein Verlag?“ gelesen. Diese Frage finde ich nicht nur ungeeignet, sondern echt frech. Nur weil sich der Autor für das Selfpublishing entschieden hat, heißt es nicht gleich, dass das Buch nicht gut genug ist. Oft kommen Bücher auch erst solo raus und dann nach Wochen oder Jahren wird es in einem Verlag neu herausgebracht.
    Es hat also absolut gar nichts damit zu tun, ob man bei einem Verlag ist oder nicht. Das Buch kann trotzdem gut oder schlecht sein.
  9. Erotikautoren
    Die Erotikautoren mit denen ich gesprochen habe, wurden bereits öfter gefragt: „Machen dich deine Geschichten auch selber geil?“
    Im ersten Moment musste ich wirklich lachen, weil es einfach so absurd und stumpf ist. Aber selbst wenn es so wäre, hat niemand solche Fragen zu stellen. Das ist einfach zu privat.
  10. Ebenfalls wurden Erotikautoren gefragt: „Schreibst du aus eigener Erfahrung?“
    Diese Frage finde ich auch sehr privat und intim, denn die Öffentlichkeit muss ja wohl nicht wissen, was in dem Schlafzimmer von Erotikautoren abgeht. Sie sind immerhin keine Pornodarsteller, die ihr Sexleben eh öffentlich führen.
    Eine Autorin hatte da eine ziemlich coole Antwort, die ich euch hier mal zitieren möchte:

    Ob ich aus eigener Erfahrung schreibe? Das ist genauso als wenn du einen Krimiautor fragst, ob er schon mal einen Menschen ermordet hat.

    Ich denke, hiermit ist alles gesagt *lach*

 

 

Es hat mir großen Spaß gemacht mit den Autoren zu sprechen. Natürlich soll man sich ja nicht nur auf das Negative konzentrieren, deshalb haben mir die Autoren auch gesagt, was sie sich von künftigen Interviewern wünschen. Hier mal 3 Beispiele:

  1. Kreative Fragen
    Autoren wünschen sich kreative Fragen und Fragen, bei denen sie einen Moment überlegen müssen. Zum Beispiel über den Lebensstil, ob wer Vegetarier/ Veganer ist, was jemand auf eine einsame Insel mitnehmen würde, etc.
  2. Einfach mal anders
    Einige Autoren hatten vorgeschlagen, dass man ein Interview einfach mal anders gestaltet.
    Zum Beispiel: Das der Autor, der Blogger und ein Protagonist in der Runde sitzen und sich gegenseitig Fragen stellen.
  3. Blogger stellt den Autoren vor
    Einige Autoren finden es spannend, wenn der Blogger den Autoren mit eigenen Worten vorstellt. So kann der Autor auch sehen, was der Blogger von einem hält.

 

 

Ich hoffe, dass euch der Beitrag gefallen und vielleicht sogar ein bisschen zum Nachdenken gebracht hat. Über eure Meinungen und vielleicht sogar neue Ideen, würde ich mich total freuen- Hinterlasst einfach einen Kommentar ❤

Bis zum nächsten Mal!